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Ratgeber

Kostenlose KI-Tools: Was du wirklich gratis bekommst und wo die Grenzen liegen

Von Gabriel SchaffrathLesezeit: 7 Min.Stand November 2026

Kurz erklärt

Für fast jeden Bereich gibt es brauchbare Gratis-Versionen: Assistenten wie ChatGPT, Claude oder Google Gemini für Text, Perplexity für Recherche, DeepL zum Übersetzen, dazu Tools für Bild, Video, Stimme, Präsentationen und Code. Text und Recherche sind großzügig, bei Bild, Video und Audio bekommst du nur kleine Kontingente. Typische Haken sind Limits, Credits, Wasserzeichen, Werbung und die mögliche Nutzung deiner Eingaben fürs Training.

Du willst KI ausprobieren, aber nicht gleich ein Abo abschließen? Gute Nachricht: Für die ersten Schritte musst du keinen Cent ausgeben. Die meisten Anbieter arbeiten nach dem Freemium-Prinzip: Die Grundversion ist kostenlos, wer mehr will, zahlt. Schwierig ist nur der Überblick, denn jedes Tool rechnet anders ab, mal in Nachrichten, mal in Credits, mal in Minuten. Hier erfährst du, was du in welchem Bereich gratis bekommst, wo die Grenzen liegen und mit welchem Starter-Set du am besten loslegst.

Welche KI-Tools gibt es wirklich kostenlos?

Kostenlose Einstiegsversionen gibt es inzwischen in praktisch jedem Bereich. Die Übersicht zeigt pro Bereich bekannte Gratis-Tools und den Umfang, den wir in unserem Katalog erfasst haben. Die Limits ändern sich häufig, wirf deshalb vor dem Start kurz einen Blick auf die Seite des Anbieters.

BereichGratis-BeispieleGratis-Umfang
Text & ChatChatGPT, Claude, Google GeminiChatGPT: Text unbegrenzt; Claude: Limit pro 5 Std.
RecherchePerplexity, Gemini NotebookPerplexity: 3 Pro-Suchen pro Tag
ÜbersetzenDeepL (Free), Google ÜbersetzerDeepL: 50.000 Zeichen pro Monat
BilderChatGPT (Bild), Bing Image Creatorca. 2–3 Bilder bzw. 10 Fast-Bilder pro Tag
VideoKling AI, Runway (Free)Kling: tägliche Credits; Runway: einmalige Credits
Stimme & MusikElevenLabs (Free), Suno10k Credits pro Monat bzw. 50 Credits pro Tag
PräsentationenGamma, SlidesAIStart-Credits bzw. 12 Präsentationen pro Jahr
CodeGitHub Copilot Free, Amazon Q Developer2.000 Vervollständigungen bzw. 50 Agent-Anfragen pro Monat
MeetingsFathom, Otter.ai (Free)unbegrenzte Meetings bzw. 300 Min. pro Monat

Was können die Gratis-Versionen konkret?

Am großzügigsten sind die Text-Assistenten. Mit den Gratis-Versionen der großen KI-Assistenten formulierst du E-Mails, fasst Texte zusammen, klärst Fragen oder entwirfst einen Reiseplan. Für den Alltag reicht das oft völlig aus. Grenzen spürst du vor allem bei den stärksten Modellen, beim Hochladen von Dateien und bei Extras wie Bildern oder Deep Research.

Bei Bildern, Videos und Audio ist der Gratis-Umfang deutlich knapper, weil jede Erzeugung viel Rechenleistung kostet. Für ein Profilbild, eine Einladung oder ein paar Testclips genügt das. Wer regelmäßig Inhalte für Social Media produziert, stößt dagegen schnell an die Tageslimits.

Ein Beispiel aus der Praxis: Für eine Geburtstagseinladung schreibst du den Text mit ChatGPT, erzeugst das Motiv mit dem Bing Image Creator und setzt alles in Canva (Free) zusammen. Kosten: null Euro. Für einen YouTube-Kanal mit wöchentlichen Videos reichen die Gratis-Kontingente dagegen kaum, weil Skript, Stimme und Video jeweils eigene Limits haben.

Wo ist der Haken bei kostenlosen KI-Tools?

Kostenlos heißt selten bedingungslos. Diese Haken begegnen dir am häufigsten:

Tipp: Prüfe einmal in den Einstellungen, ob deine Chats fürs Training verwendet werden. Bei ChatGPT findest du den Schalter „Das Modell für alle verbessern“ unter Datenkontrollen, bei Claude in den Datenschutz-Einstellungen. Persönliche oder vertrauliche Daten gehören ohnehin nicht in Gratis-Tools, mehr dazu im Ratgeber Datenschutz bei KI-Tools.

Welches kostenlose Starter-Set empfehlen wir Einsteigern?

Unsere Empfehlung: Starte mit wenigen Tools, die zusammen fast alle Alltagsaufgaben abdecken. So lernst du die Arbeitsweise kennen, ohne dich in Konten und Limits zu verzetteln.

  1. Ein Allround-Assistent als Basis: ChatGPT, Claude oder Google Gemini. Nimm den, mit dem du am besten zurechtkommst, und nutze einen zweiten als Ausweichlösung, wenn das Limit erreicht ist.
  2. Perplexity für Fragen, bei denen du die Quellen sehen willst.
  3. DeepL (Free) für Übersetzungen, mit 50.000 Zeichen im Monat.
  4. Bing Image Creator oder Google Gemini (Bild) für gelegentliche Bilder.
  5. Canva (Free) für Grafiken und Folien, Gamma für schnelle Präsentationsentwürfe.
  6. Fathom, wenn du oft in Online-Meetings sitzt und Mitschriften brauchst.

Damit kommst du bei Texten, Recherche und einfachen Grafiken schon sehr weit. Erst wenn dich ein Limit regelmäßig ausbremst, lohnt ein genauer Blick auf ein Abo. Wann das der Fall ist, liest du in Gratis oder Abo: Wann sich ein KI-Abo wirklich lohnt.

Wie holst du mehr aus den Gratis-Limits heraus?

Tipp: Wie lokale KI ganz ohne Konto und Abo funktioniert, zeigt unsere Anleitung KI offline auf dem Handy nutzen. Deine Eingaben bleiben dabei auf deinem Gerät.

Häufige Fragen

Welche KI ist komplett kostenlos?

Ganz ohne Grenzen ist kaum ein Cloud-Tool. Sehr großzügig sind ChatGPT mit unbegrenzten Textchats sowie Microsoft Copilot und DeepSeek. Bei Bildern, Dateien oder den stärksten Modellen gibt es aber meist Limits. Wirklich ohne Anbieter-Limit arbeiten nur Open-Source-Programme wie Stable Diffusion oder Whisper, die du lokal auf deinem eigenen Rechner installierst.

Darf ich Ergebnisse aus Gratis-KI-Tools kommerziell nutzen?

Das hängt vom Anbieter und vom Tarif ab. Manche Tools erlauben die kommerzielle Nutzung auch gratis, andere beschränken sie auf private Zwecke oder verlangen eine Namensnennung, wie Mubert bei Musik. Bei Suno etwa sind Songs aus der Gratis-Version laut Anbieter nur nicht-kommerziell nutzbar. Lies vor einer geschäftlichen Nutzung immer die aktuellen Nutzungsbedingungen.

Warum ist mein Gratis-Limit so schnell aufgebraucht?

Lange Chats, hochgeladene Dateien und aufwendige Aufgaben verbrauchen mehr Kontingent als kurze Fragen, weil das Modell mehr verarbeiten muss. Bei Bild- und Video-Tools kostet jede Erzeugung Credits, hochwertige Einstellungen oft noch mehr. Starte für neue Themen einen neuen Chat, formuliere präzise und weiche auf ein zweites Tool aus, wenn das Limit erreicht ist.

Sind kostenlose KI-Tools sicher für meine Daten?

Deine Eingaben werden auf den Servern des Anbieters verarbeitet und können je nach Anbieter und Einstellung zum Training genutzt werden. Gib deshalb keine Passwörter, Gesundheitsdaten oder vertraulichen Firmeninformationen ein. Prüfe in den Einstellungen, ob du das Training abschalten kannst, und nutze für sensible Inhalte lieber lokale KI, bei der die Daten dein Gerät nicht verlassen.